0208 3881234‬ praxis@mickler.de

Mein Berufsverband VKHD zur geplanten Streichung der Erstattung von Homöopathie  aus der GKV

Liebe Patientinnen und Patienten,

ich möchte Ihnen hiermit auszugsweise eine E-Mail weiterleiten, die ich heute von meinem Berufsverband VKHD, vom Verband klassischer Homöopathen Deutschlands e.V., erhielt:

„Wahrscheinlich beobachten Sie die Kontroversen um die GKV-Reform, die – unter anderem – den gesetzlichen Krankenkassen jeden noch so kleinen Zuschuss zu Homöopathie-Behandlungen verbieten soll.

Uns Heilpraktiker betrifft das zwar vordergründig nicht, da allenfalls private Versicherungen oder Zusatzversicherungen (manchmal auch Beihilfen) Kosten erstatten. Auch ärztliche Homöopathie-Behandlungen werden, wenn überhaupt, bereits jetzt so gering bezuschusst, dass die Homöopathie zumeist nur privatärztlich angeboten wird. Zwei Dinge treffen dennoch uns alle, und damit auch Sie als Patientinnen und Patienten:

1.  Die verzerrte Darstellung des wissenschaftlichen Forschungsstandes zur Homöopathie, der sogenannten Evidenz,

2.  Der Verlust eines wissenschaftlich verstandenen medizinischen Pluralismus, und damit der Wahlmöglichkeiten und Selbstbestimmung von Patient:innen.

Genau diese beiden Punkte greift ein neuer Offener Brief des VKHD auf (hier als PDF). Und beides gilt es langfristig im Auge zu behalten – unabhängig vom Ergebnis unserer Proteste.

Wir beziehen dabei zwischenzeitliche Textbaustein-Antworten von Politikern ein, die „Evidenz“ falsch einordnen. Denn der Evidenzbegriff ist in Bewegung und die so genannte „Schulmedizin“ wäre regelrecht verloren, wenn sie nur noch streng nachgewiesene Therapien anwenden dürfte. Diese Aussage belegt unser Brief ohne Vorwurf an die konventionelle oder Schulmedizin.

Abhanden gekommen scheint auch ein Verständnis eines wissenschaftlichen und medizinischen Pluralismus in seiner Bedeutung als Wesensmerkmal einer offenen und solidarischen Gesellschaft. Im Sozialgesetzbuch wurde ein entsprechender Pluralismus in den 1970er-Jahren durch die „besonderen Therapierichtungen“ verankert und auf bestimmte Therapien begrenzt. Dies soll nun ersatzlos gestrichen werden. Es geht also um deutlich mehr als „nur“ die Homöopathie. Die schöne neue „alternativlose Medizin“ höhlt die gesundheitliche Selbstbestimmung mündiger Bürger:innen aus. Langfristig schwächt ein solches Gesundheitswesen auch die mit jeder guten Therapie verbundene Eigenwirksamkeit.

Was Sie tun können:

Der Sinn dieser Aktionen bemisst sich nicht alleine am Ausgang der Gesundheitsreform. Wenn wir unsere Stimmen jetzt nicht erheben, drohen mittelfristig weitere Einschränkungen gesundheitlicher Selbstbestimmung. Und diese ist ein nicht unwesentlicher Teil bürgerlicher Freiheitsrechte.“

Mit herzlichen Grüßen

Ihr/euer VKHD Vorstandsteam
Carl Classen
Ralf Dissemond
Andy Bleichner
Stefan Reis

VKHD-Geschäftsstelle
Frauengraben 24
89073 Ulm
Tel. +49 (731) 40772-20
Fax +49 (731) 40772-240
info@vkhd.de
www.vkhd.de